Alles nur ‘ne Phase

„ Maja ist so zuwider im Moment, ich kenn sie gar nicht wieder – ist halt ne Phase.“

„ Peter nässt wieder ein, obwohl er schon trocken war – ist halt ne Phase.“

„Lea verweigert Gemüse und würde am liebsten nur Naschen. – ist halt ne Phase.“

„Ist nur ne Phase“ ist wohl einer der meist benutzen Sätze in der Kommunikation zwischen Müttern.“

Und ja in gewisser Weise haben sie natürlich Recht. Das Leben unser Kinder verläuft in sogenannten Phasen uns jede davon hat ihre Zeit, in der die Kinder körperliche und/oder seelische Entwicklungsschritte meistern. Eigentlich etwas Tolles, aber das Wort „Phase“ ist in unserer Gesellschaft eher negativ besetzt, weil es eine Zeit beschreibt, die Eltern als sehr anstrengend und herausfordernd erleben.

Der vielgehörte Satz von Freunden und Bekannten, die schon ältere Kinder haben, lautet: „Ja, das kennen wir auch. Das ist ne Phase, die geht vorbei“ wirkt einerseits beruhigend, beinhaltet aber meiner Meinung nach auch die Gefahr, einfach abzuwarten und in eine passive Rolle zu geraten.

Mit einem „Ist ja „nur“ ne Phase“ stempeln wir unser Kind und sein Verhalten ab und schieben es in eine „Schublade“: 8Wochen Schub, Zähne, Warum Phase, terrible Two, Pubertät…

Wenn das jemand mit uns machen würde, reagieren wir entsprechend ärgerlich, gereizt oder entsetzt. Und ich denke, viele Frauen wurden bei schlechter Laune zumindest einmal mit dem Satz konfrontiert: „Du hast wohl deine Regel, oder was? Na dann…“

Aber bei unseren Kindern gehen wir selbstverständlich davon aus, dass das Verhalten einfach zur Phase dazugehört, nach dem Motto: wahllos ordentlich toben und wütend sein – bis es nicht mehr geht.

Dabei ist es alles andere als das. Nehmen wir als Beispiel die sogenannte Trotzphase, in der das Kind den eigenen Willen entdeckt, eigene Bedürfnisse kennenlernt und autonom sein will. Gerade in dieser Entwicklungsphase erlebt das Kind irrsinnig viel Frust, weil ihm noch nicht gelingt, was es so gerne schaffen möchte, weil seine Eltern Nein sagen, weil es alles selber machen will und teilweise noch scheitert. Diesen Frust äußert es durch Schreien, Weinen und um sich hauen…

Wenn du als Elternteil nun dieses Verhalten lediglich als Phase abtust, verlierst du den Kontakt zu deinem Kind. Und das ist schade, weil es so viel gibt, was du tun kannst:

Du kannst auf das Verhalten deines Kindes eingehen, ihm helfen, seine Gefühle in Worte zu fassen oder es einfach nur begleiten und so diese Phasen mit ihm gemeinsam durchleben. Denn ein Kind, was sich in diesen schwierigen Lebensabschnitten verstanden und begleitet fühlt, kann die Phasen besser und leichter durchleben. Abgesehen davon profitiert es auch im nächsten Entwicklungsschritt davon, weil nicht noch etwas nicht Integriertes von der letzten Phase mitnehmen muss.

Und selbst wenn du dich so ohnmächtig fühlst, dass du keine Unterstützung für dein Kind sein kannst, kannst du ihm einfach etwas sagen wie: „ Ich kenn mich gerade nicht aus, was du jetzt brauchst. Ich kann dir gerade überhaupt nicht helfen und ich brauche jetzt ein paar Minuten, um wieder durchzuatmen“ – das zeigt deinem Kind, dass du trotzdem da bist und es nicht alleine lässt.

Die meisten von uns wollen, wenn es uns nicht gut geht, ernst genommen werden, egal, wie sie sich gerade fühlen – unsere Kinder wollen das auch!!!

Ich hoffe, Dir hat mein Artikel gefallen! Besonders ans Herz legen möchte ich Dir meine Artikel zu den Themen Wut und Aggression, Konflikte und Schulprobleme.

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Du kannst mir natürlich auch direkt schreiben und ich freue mich auch über Feedback zu meinem Artikel!

Deine Heike

 

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