Stressthema Hausübung – wie dein Kind mit einfachen Tipps entspannt lernen kann

In Familien mit Schulkindern ist die Hausübung oft Stressthema Nr.1.

Bei unseren Nachbarn sehe ich beinahe täglich, wie sehr die Erledigung der Schulaufgaben und auch das Lernen für Klassenarbeiten und Test, den Familienalltag negativ beeinflussen. Ziel der Hausübung sollte eigentlich sein, dass die Kinder sie selbständig ohne Hilfe erledigen können. Ich erlebe aber, dass dies selten der Fall ist. Jeden Tag muss meine Nachbarin ihre Kinder dazu auffordern, die Aufgaben zu erledigen, jeden Tag sitzt sie dabei, erklärt und korrigiert. Gerade bei schwierigen Aufgaben kommt es dabei oft zu Streitigkeiten, Frust und Schreierei.
Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, wann die Hausübung gemacht werden soll – immer wieder Konflikte darüber, wie viel die Kinder zusätzlich noch Lernen „müssen“. Freizeit – so meine Empfindung – bleibt den Beiden kaum. Sogar die Wochenenden sind teilweise mit Lernen verplant.

Kann man dem ganzen Stress entkommen?

Im Folgenden erhältst du einige Tipps, wie du dein Kind bestmöglich bei der Erledigung des Lernens und den Hausaufgaben unterstützen kannst, so dass eure Lernsituation zukünftig entspannt abläuft.

Tipp 1:

Überlass deinem Kind die Verantwortung für seine Hausübung!

Je mehr du als Elternteil die Hausübung zu deiner Sache machst, umso weniger wird sich dein Kind darum kümmern und Verantwortung dafür übernehmen wollen.
Trotzdem kannst du deinen Sohn/ deine Tochter natürlich unterstützen:
Sorge für einen Arbeitsplatz, an dem entspanntes und konzentriertes Lernen möglich ist. Das muss nicht unbedingt der eigene Schreibtisch im Zimmer deines Kindes sein, es kann genauso gut der Küchentisch oder eine Ecke am Esstisch sein 😉
Zeige darüberhinaus Interesse an dem, was dein Kind tut, an seinen Aufgaben und an der Erledigung.

Tipp 2:

Zeitpunkt und Dauer der Erledigung der Hausübung liegen in der Verantwortung deines Kindes!

Wenn du deinem Kind die Verantwortung der Erledigung der Hausübung übergeben hast, lass es auch den Zeitpunkt dafür selbst bestimmen. Kinder sind individuell und haben ihre eigenen Zeiten, in denen sie sich gut konzentrieren und lernen können. Einige Kinder bevorzugen es, die Hausaufgaben direkt nach der Schule zu machen, andere brauchen erst eine Pause. Genau wie wir Erwachsene, lernen einige Kinder auch besonders gut am Abend.

Lass dein Kind ruhig ein bisschen ausprobieren, welche Zeit ihm gut tut und wo ihm die Aufgaben gut gelingen. Und um gleich einem „Ja, aber…“ vorzubeugen: Sicherlich wird es dazu kommen, dass dein Kind die Aufgabe anfangs nicht ordentlich macht, weil es vorm Schlafengehen eigentlich schon viel zu müde ist und vielleicht wird es auch ohne Hausübung in die Schule gehen müssen, weil es sich selbst die Zeit nicht gut eingeteilt hat. Geh das Risiko ein und lass auch dafür die Verantwortung bei deinem Kind.

Und bitte versteh mich nicht falsch. Es geht dabei nicht darum, dass du dein Kind sich selbst überlässt und dich in Zukunft aus allen Schulsachen raushältst. Gib ihm einfach die Möglichkeit, für seine Sachen und da gehört die Schule und das Lernen dazu, selbst die Verantwortung zu übernehmen. Dabei ist es natürlich wünschenswert, dass du mit deinem Kind sprichst – und zwar auf ganz persönliche Art und Weise. Teile ihm mit, was deine Sorgen und/oder Befürchtungen sind, wenn es die HÜ erst am Abend macht, frei von Bewertung, sondern ganz persönlich deine Sichtweise. Auch Vorschläge sind erlaubt. Tu es genauso, als würdest du mit einem Freund über den Wechsel des Arbeitsplatzes, einen neuen Job o.ä. sprechen. Du wirst schnell merken, dass dein Kind mit seiner Verantwortung wächst und weniger Streitigkeiten und Frust auftauchen, weil es dass Gefühl hat, für dich wertvoll zu sein.

Tipp 3:

Unterstütze dein Kind mit Begeisterung anstatt mit Nachhilfe!

Begeisterung ist der Schlüssel für gutes Lernen!

Kleine Kinder sind laut dem Hirnforscher Gerald Hüther ca. 20-50 Mal pro Tag begeistert. Dadurch werden kurz gesagt im Gehirn die emotionalen Zentren aktiviert, die zur Lösung eines Problems oder der Bewältigung einer Herausforderung beitragen. Alles was wir mit Begeisterung machen – dort werden wir schnell immer besser. Begeisterung ist also die beste Voraussetzung fürs Lernen!
Damit wir uns begeistern können, muss etwas Bedeutsam für uns sein. Für kleine Kinder ist noch alles bedeutsam und wichtig. Wir Erwachsenen hingegen sind leider viel zu oft gefangen in unserer Routine.

Anstatt deinem Kind also mühevoll die Aufgaben zu erklären und dadurch Stress und Streit zu riskieren, ist es lohnend, die Rolle des Motivators einzunehmen. Du brauchst auch nicht zu überlegen, mit welchen Methoden und Angeboten du dein Kind für’s Lernen und die kreative Nutzung seines Wissens begeistern kannst. Du brauchst nur deine eigene Begeisterung wecken. Das kannst du im täglichen Leben tun, indem du dich selber begeisterst für alles, was das Leben dir an Buntem und Schönem bietet. Speziell auf die Hausübung bezogen kannst du das tun, indem du dir überlegst, was dich an dem jeweiligen Lerninhalt begeistert. Und dann teile deine Begeisterung mit deinem Kind.

So, und nun bin ich neugierig, mit wie viel Begeisterung, du diese Tipps umsetzen wirst!

Ich hoffe, Dir hat mein Artikel gefallen! Besonders ans Herz legen möchte ich Dir meine Artikel zu den Themen Wut und Aggression, Konflikte und Schulprobleme.

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Du kannst mir natürlich auch direkt schreiben und ich freue mich auch über Feedback zu meinem Artikel!

Deine Heike

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